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Fehlerquellen bei der Volkszählung (Erfahrungen 1941)

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Abstract

376 Fehlerquellen bei der Volkszählung (Erfahrungen 1941) Von Dr. A. Koller, Genf Vortrag, gehalten an der Jahresversammlung des Verbandes Schweizerischer Statistischer Ämter am 7. Mai 1943 in Genf I. Sowohl von Laien als auch von Fachleuten wird hin und wieder die Frage nach dem Zuverlässigkeitsgrad der Volkszählungsergebnisse gestellt, wobei sich der Nichtfachmann in erster Linie für die Wohnbevölkerungszahlen, der Statistiker mehr für die nach verschiedenen Merkmalen aufgeteilten Bevölke- rungsgruppen interessiert. Aus verschiedenen Gründen ist die Antwort nicht so einfach wie die Frage ; vor allem darf nicht, wie dies der Statistiker gewohnt ist, eine in Zahlen gefasste Auskunft erwartet werden. Denn gar zu mannig- faltig sind die Faktoren, die die Qualität der Volkszählungsergebnisse beein- flussen, und allzu verschiedenartig sind die sichtbaren und versteckten Fehler- quellen, mit denen bei jeder Massenerhebung zu rechnen ist. Erstes Gebot scheint uns daher, auf die Massnahmen allgemeiner Art hinzuweisen, die den Zuverlässigkeitsgrad der Volkszählungsergebnisse verbessern, und die besonderen Quellen aufzudecken, denen die Fehler entspringen, die Produzenten und Kon- sumenten der Statistik in gleicher Weise ärgern und betören. Volkszählungen sind Momentaufnahmen des Bevölkerungsstandes und der Bevölkerungsstruktur. Wie die Schärfe des Bildes bei photographischen Auf- nahmen bestimmt wird von der Konstruktion des Apparates, von der Beleuch- tung, von der Sorgfalt beim Entwickeln und von der Tüchtigkeit und Erfahrung des Photographen, so müssen auch bei den Bevölkerungsaufnahmen zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Bild entsteht, das die Wirklichkeit getreu wiedergibt. Während der Photograph in der beneidenswerten Lage ist, seine Bilder mit dem Objekt vergleichen und seine Aufnahme so oft wieder- holen zu können, bis das Konterfei so schön oder gar noch schöner ist als das Original, so kann der Statistiker weder das Volk beliebig oft zählen, noch d

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