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Der weibliche Blick und die Massenkultur (Lorraine Gamman, Margret Marshment, Hg.: The Female Gaze. Women as Viewers of Populär Culture)

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kritische berichte - Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften
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Abstract

Rezension Carola Muysers Der weibliche Blick und die Massenkultur, zwei Alternativen auf einen Streich im Hinblick auf die Zukunft der Kunstgeschichte Neue Perspektiven am Beispiel der Rezension über The Female Gaze, Women as Viewers of populär Culture, Hrsg. Lorraine Gamman, Margret Marshment, The Wo­ men's Press, London 1988, £ 6.95 Die englischsprachigen Massenkulturprodukte wie Susan verzweifelt gesucht, die homoerotische 501­Jeansreklame, Denver­Clan und der Popstar Madonna gehören mittlerweile zum privaten Konsumrepertoire der Kunsthistorikerinnen unseres Landes. Dennoch ist der Versuch, massenkulturelle Themen in die Kunstwissen­ schaft einzubringen, bis auf wenige Ausnahmen bei der Kritik an der Warenästhetik der 70er Jahre geblieben, die den vieldeutigen und komplizierten Bildstrategien der heutigen Massenmedien nicht mehr gerecht wird. Die aktuellen Produkte der Massenkultur, die durch Adaption an avantgardi­ stische künstlerische Tendenzen die Hierachie zwischen der bürgerlichen, elitären Kunst und der populären Bilderwelt für ein Massenpublikum durchbrochen haben, haben die auf dieser Rangordnung beharrenden Ansätze der etablierten Kunstge­ schichtsschreibung längst überholt. Der Blick der Kunsthistorikerinnen wird bei der wissenschaftlichen Analyse der massenkulturellen Bilder auf die komplexe Verknüpfung von einem zum visuel­ len Konsum einladenden Vokabular mit häufig versteckten ideologischen Aussagen stoßen. Zu den ideologischen Grundtendenzen zählt neben der Gutheißung der be­ stehenden Klassengesellschaft und der Unterdrückung von anderen Rassen die Er­ haltung der traditionellen Rollentrennung der Geschlechter. Zur Untersuchung der letztgenannten Bildkonzeption bietet sich die in den fe­ ministischen Kunstwissenschaften erprobte Frage nach der visuell normierten ge­ schlechtsspezifischen Rollenzuweisung an. Mit Hilfe eines feministischen Ansatzes können visuelle Präsentationen von geschlechtsbezogenen Positionen innerhalb der verschiedenen Räume

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