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Das Mönchtum auf dem heiligen Berg

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Publication Date
Keywords
  • Katholische Theologie
  • Ddc:200
  • Ddc:250

Abstract

Das Mönchtum auf dem heiligen Berg. KNA - OKI 20 10. Mai 1989 Seite 5 T H E M A DER WOCHE DAS MÖNCHTUM A U F D E M HEILIGEN BERG Von Prof. Dr. Dr. Theodor Nikolaou Athos ist wohl die einzige Region der Welt, die exklusiv christliche Mönche beherbergt und einzig und allein der Gottesmutter geweiht ist. Nach der Überlieferung geht die Christianisierung von Athos auf die Gottesmutter selbst zurück, die dort den Apollokult durch das Christentum ersetzte und auf diese Weise Athos zu ihrem eigenen "Erbe und Königreich" machte. Sie ist die Herrin des Heiligen Berges. Athos wird auch wegen der intensiven Marienverehrung dort "Garten" oder "Paradies" der Gottesmutter genannt. Selbst das Verbot von Frauenbesuchen auf dem Athos wird beiläufig durch die besondere Stellung Mariens begründet. Dieses Verbot hängt allerdings eher damit zusammen, daß Athos der Ort ist, an dem sich seit über tausend Jahren das Ideal des christlichen Mönchtums in einmaliger Weise verwirklicht. Es liegt näm- lich im Wesen des christlichen Mönchtums, der "Konsequenz aus asketischer Lebenshaltung" und aus der Nachfolge Christi, daß der Mönch alles verläßt, um dem Heiland zu folgen (Mt 4,20) bezie- hungsweise Fremdling auf Erden zu sein und seine Lebensführung im Himmel zu haben (Phil 3,20). Der "Mönch", was bedeutet "allein", erzielt nach Makarios dem Ägypter diesen Namen, "weil er sich vom Weibe fernhält und sich sowohl innerlich als auch äußerlich von der Welt entfernt hat". Diesen Gedanken führt auch Athanasius Athonites, der Gründer des ersten und berühmten Koinobions, der Großen Lavra, auf dem Berg Athos (963) an und begründet sein Verbot, daß die Mönche keine weiblichen Tiere besitzen dürfen, damit, daß der Mönch "dem Weiblichen in allem den Rücken ge- kehrt hat". Die Gottesmutter ist jedoch die "lebenspendende Quelle" und als die immerwährende Jungfrau das Vorbild selbst der christlichen Askese und des christlichen Mönchtums. Sie ist von da- her vom Leben der Mönche nicht wegzudenken. Was übrigens

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