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Die Deutung des Misslingens : subjektive Sinnbeimessungen bei Unwägbarkeiten im Berufswahlprozess

Authors
Publisher
Campus Verl.
Publication Date
Keywords
  • Economics
  • Wirtschaft
  • Bundesrepublik Deutschland
  • Berufliche Integration
  • Berufsanfänger
  • Berufseinmündung
  • Berufswahl
  • Junger Erwachsener
  • Jugendlicher
  • Individualisierung
  • Soziale Herkunft
  • Selbstverantwortung
  • Entscheidungsspielraum
  • Entscheidungsprozess
  • Entscheidungsfindung
  • Ad-Hoc-Gruppen
  • Ad-Hoc-Gruppe Prekäre Inklusion Und Normalitätsfiktionen In Peripheren Regionen
  • Occupational Research
  • Occupational Sociology
  • Berufsforschung
  • Berufssoziologie
  • Empirical
  • Quantitative Empirical
  • Theory Application
  • Empirisch
  • Empirisch-Quantitativ
  • Theorieanwendung

Abstract

"Junge Menschen sind am (vorläufigen) Ende ihrer Schullaufbahn einem erheblichen institutionellen Druck hinsichtlich der von ihnen erwarteten nächsten lebenslaufplanerischen Schritte ausgesetzt. Die Untersuchung, über die berichtet werden soll, fokussiert das Phänomen der Berufswahl als eine dem Individuum zurechenbare Entscheidung. Auf Grundlage eines qualitativen Mini-Panels (sieben prozessbegleitende, also zeitlich gestaffelte Teil-Interviews an 27 Fällen) wurden vier Verlaufstypen der Übergangsentscheidung an der 'ersten Schwelle' entwickelt: der pointierte, der flexible, der retardierte und der homologe Verlauf. Ein bedeutender Bezugspunkt der Analyse ist hierbei der Wechsel zwischen Handlungsentwürfen (A. Schütz). Betrachtet man die Übergangsentscheidung als Prozess, der von Individuen eigenverantwortlich - freilich unter Rückgriff auf signifikante Andere und vor dem Hintergrund der sozialen Herkunft - bewältigt werden muss, erscheinen die 'Störungen', welche sich den heranwachsenden Entscheidern in einer sich beschleunigenden Welt im Verlauf ihres 'einsamen' Entwerfens in den Weg stellen als ursprünglich unerwarteter Anlass von Planungsrevisionen. Darauf aufbauend soll vor dem Hintergrund der individualisierungstheoretischen Selbstzurechnungsannahme geprüft werden, welche Bedeutung den Hindernissen seitens der Individuen beigemessen wird und welchen Effekt dies auf die Selbstzurechnung der Übergangsentscheidung hat. Schließlich lässt sich mit Blick auf typische Verläufe danach fragen, in welchem Maße die subjektiv wahrgenommenen Unwägbarkeiten auf die Entfaltung eines konkreten Entscheidungsverlaufs verweisen. Dieser dem interpretativen Paradigma der qualitativen Sozialforschung verpflichtete Zugang verspricht einen Einblick in die Problematik einer mutmaßlichen Resistenz von jugendlichen Berufswahlakteuren gegenüber den sich durch das individualisierungstheoretische Postulat neuer Chancen und Risiken ergebenden Unwägbarkeiten. Mit anderen Worten geht es um die Erörterung der Frage, ob und in welchem Maße sie sich so entscheiden, wie dies durch die Berufswahltheorien der Moderne beschrieben wird oder ob Prozesse der Freisetzung und Reintegration (U. Beck) zumindest Anlass zur Überprüfung der vor dem Hintergrund industriemoderner Berufswahlforschung ermittelten Entscheidungsfaktoren geben." (Autorenreferat)

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