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Urkundliche Beiträge zur bündnerischen Reformationsgeschichte

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

— 231 — an amtlicher Stelle, zum allermindesten bei dem während Jahren unter seinem Einfluß stehenden Geheimen Rat gefunden hätte. Daß er Panizzone sogar vor dem ihm sonst ergebenen Stadtschreiber warnt, möchte ich geradezu als Gegenbeweis betrachten. Wie hätte er im engsten behördlichen Kreise solche Pläne aussprechen können, wenn selbst der Stadtschreiber sie nicht hören durfte ? Zudem trugen sie das Zeichen der Undurchführbarkeit zu sehr an der Stirne, als daß sie sich unter den damaligen politischen Verhältnissen Zürichs und angesichts der nie ganz zum Schweigen gebrachten und in der letzten Zeit sogar verstärkten Opposition hätten verwirklichen lassen. Daß sie auf der Gegenseite keinen Widerhall fanden, wird uns erst recht nicht ver- wundern. Aber selbst wenn es der Fall gewesen wäre, so hätten ihnen die Ereignisse des Oktobers ein jähes Ende bereitet. Abgesehen von diesen Beziehungen zu Mailand geben die Berichte Panizzones Anlaß auch zu andern Gedankengängen, insbesondere über die Möglichkeiten, die Zwingli hinsichtlich der Entwicklung der Dinge in der Eidgenossenschaft zu erblicken glaubte. Das hegt aber außer- halb des Zusammenhanges mit dem mitgeteilten Brief. Darauf ein- zutreten mag deshalb einer künftigen Gelegenheit vorbehalten bleiben. Hermann Escher. N a c h s c h r i f t . Nach einer erst nach Abschluß des Druckes eingetroffenen Mitteilung des Erasmus-Forschers Dr. P. S. Allen in Oxford ist der Brief schon im Bd. VII des Catalogue of the collection of autograph letters and historical documents formed between 1865—1882 by Alfred Morrison, 4° 1892, printed for private circulation, abgedruckt worden. Urkundliche Beiträge zur Mndnerischen Reiormationsgeschichte. Herr und Frau Oberst v. Tscharner-v. Juvalt auf Ortenstein hatten die Freundlichkeit, dem Staatsarchive Graubünden eine ansehnliche Anzahl Urkunden, Landesakten und alte Drucke zu übergeben. Dar- unter befinden sich drei besiegelte Papierabschiede aus den Jahren 1515, 1527, 1539, die a

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