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Volkskalender für die reformierte Schweiz und ihre Diaspora, 1929

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

••Oi. ^•fcl^f^Sf^V" BERCHTOLD HALLER — 505 — Zu unserer Tafel. (Nachtrag zur Ikonographie Berchtold Hallers.1) Einer Ausstellung, welche die Stadtbibliothek Bern anläßlich der 400 jährigen Gedenkfeier der Berner Disputation veranstaltete, ver- danken wir die Kenntnis eines neuen Porträts von Berchtold Haller, das sich im Besitz von Prof. M. v. Haller, Bern, befindet. Dieses Brustbild des Berner Reformators ist in Ol auf Buchenholz (32,4 x23,4 cm) gemalt 2). In der allgemeinen Bildanlage stimmt es mit den bisher bekannten Porträts überein; neu ist nur der Versuch, den Dargestellten im Gegensatz zu der sonst üblichen Profildarstellung in 3/4-Frontalansicht zu geben, und diese Neuerung erweckt auf den ersten Blick den Eindruck einer selbständigen Bildkonzeption. Sie führt zu der Erwägung, daß hier möglicherweise ein Originalporträt Hallers oder zum mindesten die Kopie eines auf Autopsie begründeten Bild- typus vorhege. Diese Mutmaßung wird zunächst bestärkt durch den auffallend lebendigen Ausdruck der Augen und durch die in ihrer Schlaffheit natürlich wirkende Wiedergabe der sichtbaren Wangen- partie. Ihr widersprechen jedoch die schlechte Bildung des rechten Ohres, die steife Geradlinigkeit der Knöchelpartie an der linken Hand und die unmögliche Art, wie die Linie von der Nasenwurzel zu der steil aufsteigenden Braue über dem linken Auge gebildet ist. Infolge des schlechten Erhaltungszustandes ist aus der Malweise eine sichere Datierung des Bildes nicht möglich. In das 18. Jahrhundert weist die glatte, aufdringliche Farbgebung des Inkarnats, besonders an ' den Lippen und Wangen. Auffallend ist die Bildung der Nase, die mit ihrer fleischigen Spitze weit nach unten überhängt und deren Flügel an der Stelle, wo sie in die Wangenpartie übergehen, außerordentlich stark ausgebildet sind. Dieser Nasentypus, der mit dem im 18. Jahrhundert übermalten Gesicht auf dem Bildnis B. Hallers in der Universität Bern weitgehende Ähnlichkeit hat, weicht von allen früher

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