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Die Altenbevölkerung in Kroatien und die Notwendigkeit neuer Modelle der Altenbetreuung

Authors
Publisher
Institute of Social Sciences IVO PILAR
Publication Date

Abstract

Der vorherrschende demografische Trend der letzten Jahrzehnte ist ein Anstieg der absoluten und proportionellen Zahl älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung. Die gesellschaftlichen Folgen dieses Trends sind vielfältig und erfordern eine frühzeitige Planung optimaler Formen der Altenbetreuung. Hierbei müssen zwei grundlegende Prinzipien beachtet werden: das Prinzip des humanistischen Ansatzes, demgemäß bei der Altenbetreuung die soziale Eingliederung und die Würde des Einzelnen aufrechterhalten werden muss, sowie das Prinzip der nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung, d.h., die Bemühungen um eine Steigerung der Lebensqualität der älteren Generation dürfen nicht zu Lasten der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft gehen. Neue Modelle einer umfassenden Altenbetreuung müssen beiden Grundsätzen gerecht werden. Aus diesem Grund sowie wegen großer individueller Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen und ihren jeweiligen Bedürfnissen kann nur eine dezentralisierte, institutionell unabhängige und der lokalen Infrastruktur angemessene Altenbetreuung in Frage kommen. Die Anregung neuer Modelle von institutionell unabhängigen Formen der Altenbetreuung ist ein Imperativ für alle Gesellschaftssysteme, die bereits einen hohen Prozentsatz älterer Bevölkerungsgruppen haben oder ihn in Bälde erwarten. In Kroatien macht der Bevölkerungsteil, dessen Alter 65 Jahre beträgt, 15,7% der Gesamtbevölkerung aus; dieser Anteil soll in den nächsten 10 Jahren erwartungsgemäß ansteigen. Daher ist die sorgfältige Planung neuer Modelle einer umfassenden Altenbetreuung in Kroatien besonders aktuell. Neben den bestehenden Institutionen, die sich der Pflege der ältesten Personengruppen und der Linderung chronischer Krankheitsbeschwerden und sonstiger Behinderungen annehmen, müssen neue, institutionsunabhängige und auf die Familie und das lokale Umfeld gestützte Formen der Altenbetreuung entwickelt werden. Diese Formen der Altenpflege müssen den genannten Grundsätzen der Selbstständigkeit, der sozialen Integrierung und der Achtung der Würde des Menschen gerecht werden und dürfen zugleich das Wirtschaftswachstum nicht hemmen. In einem solchen dezentralisierten Modell der Zukunft muss regierungsunabhängigen Bürgervereinen als den wesentlichen Bestandteilen der modernen Zivilgesellschaft die größte Bedeutung zukommen.

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