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Heroingestützte Behandlung in der Schweiz : eine patientenbezogene Analyse zur Inanspruchnahme und Wirksamkeit dieser Behandlung und der verordneten Dosierungen für schwer opioidabhängige Personen

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Ziel: 1994 wurde in der Schweiz die heroingestützte Behandlung (HegeBe) für anderweitig nicht oder nur mit unbefriedigendem Ergebnis behandelte Opioidabhängige eingeführt. Die Begleitforschung untersuchte in der ersten Versuchsphase (von 1994 bis 1996) die Machbarkeit und Durchführbarkeit von HegeBe, die soziale und medizinische Entwicklung und das Legalverhalten der Patienten während der Behandlung sowie die Wirtschaftlichkeit dieser Therapieform. Nach Abschluss dieser Versuchsphase konnten von Juli 1996 bis März 1998 vorerst keine neuen Heroinabhängige in die heroingestützte Behandlung aufgenommen werden. Seit April 1998 sind unter Bearbeitung neuer Forschungsfragen wieder Neuaufnahmen möglich. Die vorliegende Arbeit zeigt, wie sich die verschiedenen Therapieangebote für opioidabhängige Personen in der Schweiz in den letzten zehn Jahren entwickelt haben. Ausserdem gibt sie einen Überblick über die Forschungsresultate der ersten Studienphase zur heroingestützten Behandlung einschliesslich der verwendeten Dosierungen und vertieft die Frage nach der Häufigkeit von unerwünschtem Kokainkonsums von Patienten zu Beginn und im Verlauf der heroingestützten Behandlung. Methodik und Stichprobe: In die Untersuchungen wurden Personen einbezogen, welche in der Zeit von Januar 1994 bis Dezember 2001 eine heroingestützte Behandlung begannen. Bei Eintritt, im Verlauf und bei Austritt wurden sie wiederholt zu ihrer sozialen, gesundheitlichen und juristischen Situation befragt. Ausserdem dienten Labordaten und Polizeitdaten zur Beurteilung ihrer Entwicklung. Ergebnisse: Analog zu anderen Therapieangeboten für Heroinabhängige wurde die heroingestützte Behandlung in der Schweiz in der Berichtsperiode ausgebaut. Verglichen mit anderen Substitutionsbehandlungen von Opioidabhängigen mit Heroin werden in der Schweiz deutlich höhere Tagesdosierungen verwendet, wobei aber auch Unterschiede zwischen den von den verantwortlichen Ärzten gewählten Dosierungspraktiken bestehen. Bei den meisten Patienten der heroingestützten Behandlung kann bereits innerhalb von sechs Monaten eine positive Entwicklung ihrer Lebenssituation festgestellt werden. Ebenso geht der Drogenbeigebrauch auf ein tieferes Niveau als bei Behandlungsbeginn zurück. Im weiteren Verlauf halten die Verbesserungen an. Schlussfolgerungen: Die Einbindung in die heroingestützte Behandlung wirkt sich im allgemeinen positiv auf den weiteren Lebensverlauf der Patienten aus. In Zukunft benötigen die Dosisfindung und – trotz Rückgang während der Behandlung - der Konsum nicht verordneter Substanzen (Beikonsum) weiterhin grosse Aufmerksamkeit.

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