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Muslimische Frauen in Moscheen – zwischen Tradition und Innovation : Emanzipationsprozesse: Auf der Suche nach einem eigenen intellektuellen Zugang zum Islam

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  • Ddc:300

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004 UNI 2008/01 Muslimische Frauen in Moscheen – zwischen Tradition und Innovation Emanzipationsprozesse: Auf der Suche nach einem eigenen intellektuellen Zugang zum Islam religiösen Observanzen, das heißt die religiöse Praxis sowie damit ver- bundene Intentionen: An die Stelle eines von unmittelbarer religiöser Erfahrung geprägten Volksislam mit Praktiken wie Gelübden, religiöser Musik und »Magie« treten Ortho- doxie und Orthopraxie, Frauen er- lernen den Lebensvollzug gemäß der Sunna, dem Vorbild des islami- schen Propheten. Zudem erschlie- ßen sich Musliminnen neue Berufs- felder und vernetzen sich interna- tional. Um den Wandel von Religion in der modernen Gesellschaft zu un- tersuchen, eignen sich muslimische Frauen offenbar besonders gut: Ihr Umgang mit der Moderne erfolgt nicht ohne Brüche, aber auch nicht ohne Reminiszenzen an Bewährtes. Dies lässt den scheinbaren begriffli- chen Antagonismus von »Religion« als landläufig konservativ und »Mo- derne« als progressiv hinterfragen. Zur theoretischen Betrachtung der beobachteten Phänomene sei auf ein Begriffsverständnis von »Traditi- on« verwiesen, das diese gleichzeitig als Erneuerung definiert. Besonders deutlich macht dies der Marburger Religionswissenschaftler Michael Pye: »Thus, while people sometimes speak of ›a tradition‹, by which they mean a more or less precisely fixed cultural element, the more in- teresting usage in the study of reli- gion is ›tradition‹ understood as the act of handing on, which implies process and movement.« /1/ Pye be- tont, dass Tradition eben nicht im Wortsinn schlicht Erhaltung fest- stehender Elemente bedeute, son- dern dass im Prozess des Tradie- rens gleichzeitig immer eine Anpas- sung an zeitspezifische Umstände erfolgt. Aus einer jeweiligen Gegen- wart heraus werden Inhalte inter- pretiert und nicht zuletzt medial zeitspezifisch aufbereitet. All dies ist vernetzt mit dem im Folgenden schwerpunktartig verfolgten sozia- len Kontext der Weitergabe von Re- ligionen. Die Weitergabe religiösen

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