Affordable Access

Zum Kontext-Interferenz-Effekt beim Fertigkeitserwerb im Bodenturnen

Authors
Publisher
Technische Universität
Publication Date

Abstract

Die sportmotorische Lernforschung hat in den letzten Jahren die Vorteile von Übungsbedingungen mit hoher Kontext-Interferenz (z.B. Realisierung verschiedener Fertigkeiten innerhalb einer Übungseinheit) unter Laborbedingungen wiederholt nachgewiesen (Wiemeyer, 1998). Ziel der vorliegenden Studie war es, den Kontext-Interferenz-Effekt unter praxisnahen Bedingungen im Bodenturnen zu überprüfen. In der Treatmentphase übten die Untersuchungsteilnehmer (N=52) drei Turnfertigkeiten (Rondat, Handstützüberschlag vorwärts, Rolle rückwärts in den Handstand) in geblockter oder randomisierter Reihenfolge, jeweils 63 Versuche pro Fertigkeit in 9 Wochen. Lern- und Transferleistungen wurden in einem frühen und späten Retentionstest sowie einem Transfertest geprüft. Die Ergebnisse zeigt einen partiellen Kontext-Interferenz-Effekt: Üben in geblockter Reihenfolge rief starke Leistungseffekte, aber schwache bzw. gar keine Lerneffekte hervor, während randomisiertes Üben geringe Leistungs-, aber starke Lerneffekte verursachte. Die relativ schwache Ausprägung des Kontext-Interferenz-Effekts könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Übungsumfang nicht ausgereicht hat, um bei hoher Kontext-Interferenz eine ausreichende Stabilisierung der Fertigkeiten zu erreichen.

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.