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Psychosexuelle Disposition und weibliche Lebensgeschichte

Authors
Publisher
Deutschland
Publication Date
Keywords
  • Social Sciences
  • Sociology
  • Anthropology
  • Sozialwissenschaften
  • Soziologie
  • Sexualforschung
  • Sexualität
  • Einstellung
  • Homosexualität
  • Verhalten
  • Frau
  • Weiblichkeit
  • Identität
  • Lebenslauf
  • Psychische Faktoren
  • Persönlichkeit
  • Selbstbild
  • Änderung
  • Ad-Hoc-Gruppen
  • Ad-Hoc-Gruppe 8: Homosexualität Und Sozialwissenschaften
  • Women´S Studies
  • Gender Studies
  • Frauen- Und Geschlechterforschung

Abstract

Grundlage des Beitrags ist die Erkenntnis, daß die Veränderungsmöglichkeiten menschlicher Objektwahl und Sexualbedürfnisse größer sind als dies gemeinhin angenommen wird, d.h. daß die heterosexuelle oder homosexuelle Disposition letztlich doch veränderbar ist. Davon ausgehend wird die Tragfähigkeit des psychoanalytischen Dispositionsbegriffs im Hinblick auf sogenannte heterosexuell disponierte Frauen in Frage gestellt und ein an der weiblichen Lebensgeschichte orientiertes Erklärungsmodell für psychosexuellen Identitätswandel entwickelt. Anhand der Spezifik der psychosexuellen Entwicklungsprozesse von Frauen im lebensgeschichtlichen Kontext wird die These erklärt, daß die heterosexuelle Disposition von Frauen nicht in jedem Fall eine lebenslange Determination darstellt, sondern unter bestimmten sozialen Bedingungen in ausschließlich homosexuelle Bedürfnisse und Beziehungen umschlägt, also ein psychosexueller Identitätswandel erfolgt. Für die Erklärung wird im Unterschied zum statischen psychoanalytischen Phasenmodell von der Dynamik der gesamten weiblichen Lebensgeschichte ausgegangen und diese als Versuch der Selbstfindung oder als psychosozialer Prozeß der Subjektwerdung verstanden. Zusammenfassen wird behauptet, daß die bisher noch seltenen Beziehungen zwischen Frauen weit weniger eine Frage der psychosexuellen Disposition sind als eine Frage der gesellschaftlichen Stützung von heterosexuellen Beziehungen und der gesellschaftlichen Diskriminierung von Frauenbeziehungen. (RW)

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