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Wo gibt es welche Biolandbauforschung? [Research for organic agriculture: where and what?]

Authors
Publisher
Stiftung Ökologie & Landbau, Bad Dürkheim
Publication Date
Keywords
  • Research Communication And Quality

Abstract

Das Versuchswesen im ökologischen Landbau in der Bundesrepublik Deutschland wurde 1998 einer umfangreichen Analyse unterzogen. In einer weiteren Untersuchung wurden Beiträge von wissenschaftlichen Tagungen zum ökologischen Landbau analysiert, um zu sehen, in welchen Institutionen welche Fragestellungen in der Forschung bearbeitet werden. 13 Prozent der Institutionen waren Einrichtungen des Bundes (vorwiegend Bundesanstalten), rund 60 Prozent Einrichtungen der Länder (Universitäten, Landesanstalten, Landwirtschaftskammern, Fachhoch- und Fachschulen, Beratungseinrichtungen)sowie etwa 27 Prozent andere Einrichtungen (Beratungsringe, private und gemeinnützige Einrichtungen). An den Universitäten wird das bei weitem breiteste Spektrum an Fachgebieten abgedeckt. Mit großem Abstand folgen Landesanstalten, Bundesanstalten, Fachhochschulen, Kammern und Beratungseinrichtungen. Von den anderen Institutionen werden nur wenige Fachgebiete abgedeckt. Besonders Universitäten, aber auch Landes- und Bundesanstalten nutzen als Versuchsformen Feldversuche, Demonstrationsversuche, Gefäßversuche, Versuche mit Tieren, Praxisbeobachtungen, Fallstudien, Umfragen und ökologisch-konventionelle Vergleichsuntersuchungen. Dagegen konzentrieren Beratungseinrichtungen, Landwirtschaftskammern und Verbände ihre Untersuchungen auf Feldversuche,Demonstrationen und Praxisbeobachtungen. Obwohl die Universitäten nur über ein Viertel aller im Ökolandbau aktiven Institutionen verfügen, stellen sie die Hälfte der Beiträge auf wissenschaftlichen Tagungen. Dagegen spielen dort die mehr praxisorientierten Einrichtungen kaum eine Rolle, während private Einrichtungen vergleichsweise überdurchschnittlich vertreten sind. In den letzten Jahren sind wiederholt Stimmen laut geworden, die einen deutlichen Mangel an praxisorientierten Forschungs- und Umsetzungsaktivitäten beklagen. Nach Durchsicht der Tagungsbeiträge kann dies nur bestätigt werden. Auch nach einer Befragung von Beratern aus dem Jahre 1998 „fällt die bisherige Erfolgsbilanz universitärer und staatlich geförderter Forschung bescheiden aus“. Über 70 Prozent der befragten Berater gaben an, dass die Forschung zumindest teilweise an den Bedürfnissen der landwirtschaftlichen Praxis vorbeigehe. Aus beiden Studien kann geschlossen werden, dass die strikt praxisrelevanteForschung und Wissensumsetzung gestärkt und ausgedehnt werden muss. Hierzu sind besonders Landesanstalten und Landwirtschaftskammern anzusprechen, da auf ihren ureigensten Gebieten Handlungsbedarf besteht. Zielvorgaben sind: • Einrichtung von selbstständigen Institutionen mit allen relevanten Fachgebieten des ökologischen Landbaus • Weitere Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis (z. B. Bildung eines Praxisbeirates; Arbeiten auf Leit- bzw. Kooperationsbetrieben) • Weitere Verstärkung der bereits existierenden länderübergreifenden Zusammenarbeit und Koordinierung von Vorhaben • Gründung eines Kompetenz- und Dienstleistungszentrums

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