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Einfluss der Familienform auf den Schulerfolg von Kindern nicht nachweisbar

Authors

Abstract

Die Bedeutung von nicht traditionellen Familienformen, d. h. von Familien, in denen nicht beide leibliche Eltern ihre Kinder gemeinsam großziehen, wird immer wieder kontrovers diskutiert. In der Öffentlichkeit wird häu. g vermutet, dass Kindern Nachteile erwachsen, wenn sie nicht in traditionellen Elternhäusern aufwachsen. Gegenwärtig ist sogar in der Diskussion, dass Kinder Alleinerziehender und in Patchworkfamilien nicht genügend soziales Verhalten lernen würden und deshalb der gesellschaftliche Zusammenhalt insgesamt gefährdet sei. Zur Objektivierung der Debatte werden in diesem Bericht Befunde zum Zusammenhang zwischen Familientyp und dem frühen Lebensweg von Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines vom DIW Berlin zusammen mit dem Institute for Social and Economic Research (ISER) der University of Essex durchgeführten Forschungsprojektes erarbeitet, das von der Deutsch-Britischen Stiftung für das Studium der Industriegesellschaft finanziert wurde. Auf Basis der Daten des vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) kann für Kinder, die in Deutschland von 1966 bis 1986 geboren wurden, methodisch zuverlässig gezeigt werden, dass es keinen statistisch eindeutig nachweisbaren Einfluss des Familientyps auf die Wahrscheinlichkeit gibt, das Abitur oder einen höheren Bildungsabschluss zu erlangen. Auch lässt sich statistisch kein konsistenter Einfluss auf das Arbeitslosigkeitsrisiko in der Jugend nachweisen. Die für das lebenslange Gesundheitsrisiko bedeutsame Frage, ob Jugendliche rauchen, lässt sich allerdings empirisch beantworten: Jugendliche und junge Erwachsene, die in nicht traditionellen Elternhäusern aufgewachsen sind, haben eine - je nach Untersuchungsgruppe - etwa 10 bis 20 % höhere Wahrscheinlichkeit zu rauchen. Die genaueren Ursachen hierfür [...]

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