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Boulevard und Sperrbezirk : urbane Ideale, Prostitution und der Kampf um den öffentlichen Raum der Stadt

Authors
Publisher
Deutschland
Publication Date
Keywords
  • Social Sciences
  • Sociology
  • Anthropology
  • Social Problems And Services
  • History
  • Sozialwissenschaften
  • Soziologie
  • Soziale Probleme Und Sozialdienste
  • Geschichte
  • Sociology Of Settlements And Housing
  • Urban Sociology
  • Women´S Studies
  • Gender Studies
  • Social Problems
  • Social History
  • Siedlungssoziologie
  • Stadtsoziologie
  • Frauen- Und Geschlechterforschung
  • Soziale Probleme
  • Sozial-/Wirtschaftsgeschichte
  • Historische Sozialforschung
  • Deutschland
  • Diskriminierung
  • Frau
  • Geschlecht
  • Geschlechtsspezifische Faktoren
  • Gesellschaftsordnung
  • Mann
  • Prostitution
  • Soziale Differenzierung
  • Soziale Erwünschtheit
  • Soziale Kontrolle
  • Soziale Ungleichheit
  • Sozialer Konflikt
  • Stadt
  • Stadtentwicklung
  • Stadtteil
  • Urbanisierung
  • öffentlicher Raum
  • Germany
  • Discrimination
  • Woman
  • Gender
  • Gender-Specific Factors
  • Social Structure
  • Man
  • Prostitution
  • Social Differentiation
  • Social Desirability
  • Social Control
  • Social Inequality
  • Social Conflict
  • Town
  • Urban Development
  • City Quarter
  • Urbanization
  • Public Space

Abstract

Der Beitrag zur Stadtsoziologie befasst sich aus historischer Perspektive mit den Widersprüchen zwischen urbanen Idealen und Prostitution am Beispiel von Frankfurt am Main. Das Prostitutionsgeschehen kommt dabei nicht nur als eine meist vernachlässigte 'Schattenseite' bzw. 'Nachtseite der Urbanität' in den Blick, sondern auch als ein wesentlicher Faktor der (Re-)Produktion sozialer Ordnungsmuster und insbesondere der Geschlechterordnung im urbanen Raum der Städte. So wird im ersten Schritt zunächst die Verortung der Prostitution im urbanen Raum beschrieben, die zwischen sozial kontrollierter Akzeptanz und Ausgrenzung liegt (Toleranzzone, Sperrgebiet). Der zweite Schritt betrachtet die Ausgrenzungs- und Verdrängungsprozesse im Zuge der Urbanisierungsprozesse im 19. Jahrhundert. In diesem Zusammenhang wird auch auf den Aspekt der Kontrollverluste und Kontrollbemühungen im außerhäuslichen (öffentlichen) Raum der wachsenden Städte hingewiesen. Verknüpft sind die Versuche, die Prostitution durch eine eingeschränkte Zugänglichkeit bestimmter Stadträume 'außerhalb der Gesellschaft' zu platzieren, dabei nicht nur mit der im 18. und 19. Jahrhundert sich herausbildenden dichotomen Differenzierung öffentlicher und privater Räume, sondern auch mit der sich ebenfalls neu herausbildenden 'bürgerlichen Geschlechterordnung'. Hierauf wird im dritten Schritt eingegangen: Ausgrenzung und Stigmatisierung der Prostitution bedeuten auch eine Ausgrenzung und Stigmatisierung differierender Geschlechtermodelle und tragen damit nicht zuletzt zur Durchsetzung und Stabilisierung der sich etablierenden bürgerlichen Geschlechterordnung bei, die die Freiheiten des öffentlichen Raumes der Stadt vor allem Männern zugesteht, während sie dessen Nutzung für Frauen deutlich beschränkt. Die Ausführungen machen deutlich, dass die immer wieder konstatierte Ambivalenz zwischen großstädtischem Leben und Prostitution nicht nur ein Produkt langfristiger historischer Wandlungstendenzen ist, sondern auch, dass die skizzierten Veränderungen mit Moral- und Sittlichkeitsvorstellungen verbunden sind, die den allgemein intensivierten Austausch zwischen Fremden im urbanen öffentlichen Raum sowohl für Prostituierte als auch für Frauen allgemein deutlich beschränken. Ferner wird aufgezeigt, dass die bis heute insbesondere im Hinblick auf das Prostitutionsgeschehen kaum hinterfragten Ausgrenzungsprozesse weiterhin eine geschlechternormierende Wirkung entfalten. (ICG2)

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