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Die Zukunft des rationellen bäuerlichen Familienbetriebes

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159 Die Zukunft des rationellen bäuerlichen Familienbetriebes Von Prof. Dr. O s k a r H o w a l d , Brngg/Zürich I Es ist hocherfreulich, dass sich die Agrarwissenschaft und die Sozialwissen- schaft in neuerer Zeit mit der bäuerlichen Familienwirtschaft befassen und darüber einlässliche Untersuchungen durchführen. Besonders interessant sind u.a. die Ergebnisse der Erhebungen, die von Professor Hermann Priebe über «die bäuer- lichen Familienbetriebe in Nordrhein-Westfalen» im Auftrage der Forschungs- gesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie durchgeführt worden sind1. Ei- nige Hauptergebnisse dieser Untersuchung aus dem Jahre 1953 seien hier an- geführt: Die Familienwirtschaft ist nicht nur ein betriebswirtschaftlicher, sondern pri- mär ein sozialer Typ. Statistische und ökonomische Maßstäbe reichen für ihre De- finition nicht aus ; die Familie mit ihren Lebensansprüchen und ihrer Leistungs- fähigkeit muss im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Ein besonderes Kennzeichen des Familienbetriebes ist die weitgehende Über- einstimmung leitender und ausführender Tätigkeit. Der Bauer ist, modern ausgedrückt, Unternehmer, Betriebsleiter und Arbeits- kraft in einer Person. Die Grenzen des Familienbetriebes sind in etwas erweitertem Sinne dort zu suchen, wo eine Familie bei normaler Stärke und Zusammensetzung wenigstens 2/3 der betriebsnotwendigen Arbeitskraft stellen kann. Die Familienarbeitskraft darf nicht überschätzt werden. Im grossen Durch- schnitt bilden 1,5-2 Vollarbeitskräfte das Arbeitspotential des Betriebes, d.h. der Bauer mit einem heranwachsenden Sohn oder mit einem alternden Vater. Dazu kommen einige nichtständige Hilfskräfte, auch weibliche Familienangehörige und heranwachsende Kinder. Grundsätzlich betrachtet sind diejenigen Betriebe echte Familienwirtschaften, die einer Familie von rund zwei Arbeitskrafteinheiten (AK) ein vollwertiges Ein- kommen ermöglichen und ihre Leistungsfähigkeit nicht überfordern. Man kann drei Betriebsgrössen abgrenzen

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