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Ungenannt und unbekannt : Anna Edinger (1863 - 1929) ; Universitätsstifterin, Frauenrechtlerin, deutsche Jüdin

Authors
Publication Date
Keywords
  • Frankfurt <Main>
  • Feministin
  • Jüdin
  • Edinger
  • Anna
  • Ddc:000

Abstract

UNI 2006/01 Teil 4 U n i v e r s i t ä t s g e s c h i c h t e 85F o r s c h u n g F r a n k f u r t 1 / 2 0 0 6 In seinem Buch »Die Gründungder Frankfurter Universität« (1929) zählte Richard Wachsmuth (1868–1941) sie zu den »Stiftern nach Eröffnung der Universität«. Seither fand Anna Edinger in der offiziellen Geschichtsschreibung der Universität keine Erwähnung mehr. Doch nicht nur dieser Aspekt ihres Wirkens liegt im Dunkeln. So schrieb die Jüdische Liberale Zeitung im Nachruf vom 15. Januar 1930, »daß die Verstorbene durch ihre Hingabe an die allgemeine Wohl- fahrt als Jüdin auch der Sache des Judentums zu Hochachtung und Ansehen verholfen hat.« Aber we- der das Frankfurter Jüdische Mu- seum noch die hiesige Jüdische Ge- meinde haben bislang Anna Edin- ger eingehend gewürdigt. Überdies hielt das Hamburger Israelitische Familienblatt am 6. Februar 1930 fest: »Ihr Name gehörte zu den füh- rendsten der deutschen Frauenbe- wegung.« Gleichwohl lässt er sich in der historiographischen Literatur nur mit Hilfe einer Lupe finden. Im Folgenden wird erstmals ein biogra- fisches Porträt Anna Edingers skiz- ziert, das ihre Leistungen mit ihrer Persönlichkeit verbindet und in den Kontext ihrer deutsch-jüdischen Familiengeschichte stellt. Schicksal einer allzu wohlbehüteten Tochter Anna Edinger entstammte einer jü- dischen Bankiersfamilie, die sich bereits 1597 in Frankfurt am Main niederließ. Zu ihrer Verwandtschaft gehörte der »jüdische Geldadel«, Maximilian Benedikt Hayum von Goldschmidt-Rothschild (1843 – 1940), der als reichster Jude des Wilhelminischen Kaiserreichs galt. Demgegenüber hinterließ Annas Vater, Benedikt Moritz Goldschmidt (1831 – 1906), nur ein vergleichs- weise bescheidenes Vermögen von 18 Millionen Mark (zirka 100 Mil- lionen Euro). Obgleich er ein im Verborgenen wirkender, mildtäti- ger Philanthrop und feinsinniger Kunstliebhaber war, stellte die Her- kunft aus diesem großbürgerlichen Milieu für sein erstgeborenes Kind eine schwere Bürde dar. Wie den meisten Fraue

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