Affordable Access

Political consequences of Germany's mixed-member system: personalization at the grass-roots?

Authors

Abstract

-- Dem deutschen Wahlsystem werden international einige Vorteile gegenüber anderen Wahlsystemen bescheinigt, die z.B. Neuseeland sogar zur Nachahmung angeregt haben. Als gemischtes Wahlsystem kombiniert es das Prinzip proportionaler Repräsentation mit einer Mehrheitskomponente. Wegen dieser Kombination wird ihm zum einen nachgesagt, Garant für ein stabiles Parteiensystem zu sein, und zum anderen, demokratietheoretisch proportionale Repräsentation und Mehrheitsentscheidung ideal zu kombinieren. Dieser Beitrag untersucht die Effekte des Wahlsystems auf die Größe des Parteiensystems und die Frage, inwieweit Wähler von den Möglichkeiten der beiden Komponenten des Wahlsystems, der Listen- und Direktwahl, also substantiell von der Partei- und Persönlichkeitswahl tatsächlich Gebrauch machen. Letzteres wird häufiger bestritten und behauptet, auch die Direktwahl der Abgeordneten im Wahlkreis folge lediglich parteienbezogenen Überlegungen. Die empirischen Ergebnisse zeigen anhand der Wahlrechtsänderungen in der Bundesrepublik, dass das Wahlsystem tatsächlich einen beträchtlichen Anteil an der Größe des Parteiensystems und damit der Stabilität des Parteiensystems hat. Sie zeigen zum anderen, dass die Möglichkeit der Listen- und Personenwahl zum einen mittels Stimensplitting strategisch zum Koalitionswählen genutzt wird, zum anderen der Wahlerfolg der Kandidaten im Wahlkreis aber durchaus davon anhängt, wie stark sie sich in der Sicht der Bürger für den Wahlkreis einsetzen und wie gut ihre politische Arbeit beurteilt wird. Es existiert also die Persönlichkeitswahl at the Grass-Roots.

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.