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Der Euro 2084

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Abstract

Der Euro 2084 Die europäische Zahlungsbilanzkrise i fo Schne l ld ienst 16/2011 – 64. Jahrgang 20 Der Euro 2084 Das Eurosystem taumelt von Krise zu Krise. Mit großen Sum- men und ohne Erfolg versuchen Politiker bankrotte Staaten aus ihren Finanznöten zu retten. Demgegenüber schlagen Ökonomen nachdrücklich Lösungen in Richtung von Insol- venzverfahren vor (vgl. Plenum der Ökonomen 2011). War - um ist ein Politikwechsel nicht absehbar? In diesem Aufsatz wird gezeigt, dass dies mit den Institutio- nen zusammenhängt, die sich aus der Konkursmasse von Bretton Woods herausgebildet haben (Teil I), die antagonis- tisch die Vorgeschichte des Euro prägen (Teil II), dann unter dem Euro zur Entstehung einer großen Schuldenblase mit Staatsinsolvenzen führen (Teil III) und sich schließlich zur per- manenten Einrichtung einer Transferunion unter einer zen- tralistischen Euro-Wirtschaftsregierung entwickeln könnten (Teil IV). Die Erben von Bretton Woods: Inflationsregime und Stabilitätsregime (1973–1991) Am 14. März 1973 brach das Währungssystem von Bret- ton Woods endgültig zusammen. Die Staaten Europas wa- ren nicht länger bereit, das amerikanische Zahlungsbilanz- defizit zu finanzieren und wie im Falle Deutschlands 4,00 DM für 1 US-Dollar zu bezahlen. Daraus resultierte ein System flexibler Wechselkurse autonomer Staaten. Wie aber nutz- ten die Staaten diese neu gewonnene Freiheit? Genauer: Welche Interessengruppen setzten sich in diesem Macht- vakuum durch? Nach einiger Zeit bildeten sich in den Staa- ten Europas zwei Regime heraus: Inflationsregime und Sta- bilitätsregime. Inflationsregime zeichnen sich durch starke Gewerkschaf- ten, schwache Regierungen und schwache Zentralbanken aus. Sie lassen sich wie folgt charakterisieren. Gewerkschaften üben sowohl durch Lohnforderungen wie durch politische, wilde Streiks Druck auf öffentliche und pri- vate Unternehmen aus. Bei öffentlichen Unternehmen, viel- fach staatlichen Monopolen, ist die Regierung der Arbeit- geber. Sie hat mei

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