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Genomische Selektion: ein Meilenstein auch in der Schweinezucht?

Authors
Publication Date
Keywords
  • Schwein
  • Genomische Selektion
  • Zuchtwertschätzung
  • Life Sciences :: Genetics & Genetic Processes [F10]
  • Sciences Du Vivant :: Génétique & Processus Génétiques [F10]
  • Life Sciences :: Animal Production & Animal Husbandry [F03]
  • Sciences Du Vivant :: Productions Animales & Zootechnie [F03]

Abstract

sza35-end.indd Schweinezucht aktuell 35 - 200928 Genomische Selektion: ein Meilenstein auch in der Schweinezucht? Dr. B. Buske und Prof. N. Gengler, Universität Lüttich, Agrarwissenschaftliche Fakultät in Gembloux Neben der züchterischen Verbesserung von Mast- und Schlacht- leistungsmerkmalen stößt die Verbesserung der Tiergesund- heit und Fruchtbarkeit mit den herkömmlichen Methoden der Schweinezucht an Grenzen. Seit einigen Jahren wird beim Rind die genomische Selektion – also die Verwertung möglichst vieler genetischer Informationen auf molekularer Ebene – vorbereitet. Einige Länder, darunter auch Deutschland haben die genomische Selektion für diese Spezies bereits eingeführt. Ist die genomische Selektion auch beim Schwein interessant? Genomische Selektion – was ist das und was bringt sie? Im Unterschied zum bisherigen Vorgehen, neben der „klassi- schen“ Zuchtwertschätzung, einzelne kausale Mutationen mit großen nachweisbaren Effekten auf bedeutende wirtschaftliche Merkmale im Genom einer Nutztierspezies zu nutzen, besteht die Idee der genomischen Selektion darin, das ganze Genom zu betrachten und diese Informationen für die Zucht zu nutzen. Da eine Genotypisierung des gesamten Genoms für Zuchtwertschät- zungen aber zu teuer wäre, beschränkt man sich auf einige zig Tausend genetische „Marker“ (engl. „single nucleotide polymor- phisms = SNP’s), die auf allen Chromosomen verteilt sind. Dabei kommt es nicht darauf an, dass es sich bei diesen Markern um kausale Mutationen von Genen, den Trägern der Erbinformati- on, handelt, vielmehr sind es zufällige DNA-Varianten, die über das gesamte Genom mehr oder weniger gleichmäßig verteilt sind (Abb. 1). Wenn man vereinfachend von biallelen Markern, also zwei Varianten pro Gen oder Marker ausgeht, hat jedes einzelne Tier an jedem SNP drei verschiedene Kombinationsmöglichkei- ten für einen Genotyp: AA, Aa (= aA) oder aa. Die Idee liegt nun – vereinfacht dargestellt - darin, dass in einem rechentechnisch zunächst aufwändigen V

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