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Kosten der Erreichung von Umweltqualitätszielen in ausgewählten Regionen durch Umstellung auf Ökologischen Landbau im Vergleich zu anderen Agrarumweltmaßnahmen unter besonderer Berücksichtigung von Administrations- und Kontrollkosten

Authors
Publication Date
Keywords
  • Policy Environments And Social Economy
  • "Organics" In General

Abstract

Der vorliegende Forschungsbericht untersucht für die Bundesrepublik Deutschland die Hypothese, dass der Ökologische Landbau aus Sicht der Transaktionskosten eine vorteilhafte Politikoption zur Erreichung agrarumweltpolitischer Ziele darstellt, da durch ihn einzelne Teilaspekte der umweltgerechten Bewirtschaftung gebündelt implementiert werden. Im Rahmen von insgesamt 74 Interviews (teilweise in Form von Fokusgruppen) und zwei regionalen Validierungsworkshops wurden die Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Administration und Kontrolle von Agrarumweltprogrammen auf Seiten des Staates und der Landwirte entstehen, für zwei Fallstudienregionen (Baden-Württemberg, Thüringen) ermittelt. Es wurde ein systematisches Konzept zur Erfassung von Transaktionskosten entwickelt, das die Charakteristika des Ökologischen Landbaus berücksichtigt. Es konnte festgestellt werden, dass die Transaktionskosten mit der Zahl der Maßnahmen je Betrieb ansteigen, vor allem dann, wenn es sich dabei um flächenspezifische Einzelmaßnahmen handelt, die auf die Fläche kumuliert werden können. Der Ökologische Landbau als gesamtbetriebliche Maßnahme ist aus der Sicht der Agrarverwaltung eine transaktionskostensparende Alternative. Auch andere betriebszweigbezogene Maßnahmen, wie z.B. der "kontrolliert-integrierte Ackerbau" in Thüringen, sind gegenüber Einzelmaßnahmen kostensparend. Aus der Sicht der Landwirte verliert der Ökologische Landbau seine Transaktionskostenvorteile, wenn die 100%-Kontrollen gegenüber den 5%-Kontrollen bei anderen Agrarumweltmaßnahmen und der höhere Vermarktungsaufwand berücksichtigt werden. Diesen Kosten stehen nur bei einigen Betrieben höhere Einnahmen durch höhere Produktpreise gegenüber. Wird der Ökologische Landbau als umweltpolitisches Instrument eingesetzt und ist eine gesonderte Vermarktung der Produkte zu höheren Preisen nicht möglich, stellt sich die Frage, ob eine 100%-Kontrolle notwendig und sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt, dass eine hohe Akzeptanz der Agrarumweltprogramme nur mit einem Angebot an Maßnahmen zu erreichen ist, das die Präferenzen der Akteure vor Ort berücksichtigt.

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