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Lohn- und Preis-Indexierung - Schwungrad der Inflation?

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Abstract

Ende September 1997 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Euro-Einführungsgesetzes verabschiedet. Damit entfällt auch das im deutschen Währungsgesetz festgelegte Verbot von Wertsicherungsklauseln. Derartige Klauseln koppeln die Entwicklung monetärer Größen - z.B. Löhne, Miete, Anleihen - an die Entwicklung eines Index, in der Regel an den Index der Verbraucherpreise. Da ein europaweites Indexierungsverbot nicht zu erreichen sein dürfte, ist das Bundesministerium für Wirtschaft bemüht, eine nationale Regelung zu finden, mit der sich das Verbot weitgehend erhalten läßt. Im Mittelpunkt der Diskussion um Indexklauseln stand von jeher die Lohn-Preis-Indexierung, weil ihr der größte Einfluß auf die Preisentwicklung zugeschrieben wird. Sie fand als Instrument zur "automatischen" Reallohnstabilisierung in zahlreichen europäischen Ländern Anwendung. Über die häufig nicht positiven Erfahrungen einiger Länder wird in dem vorliegenden Beitrag berichtet. Selbst wenn die Bindung von Löhnen und Gehältern an einen Index der Verbraucherpreise in der Regel nicht als einzige Ursache der Inflation anzusehen ist, so erschwert ein derartiger Automatismus doch die Stabilisierung des Preisniveaus ganz erheblich. Der Verzicht auf die Lohn-Preis-Indexierung läßt die Gefahr, daß sie als "Schwungrad der Inflation" wirkt, erst gar nicht aufkommen.

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