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Heinz Schilling, Konfessionskonflikt und Staatsbildung. Eine Fallstudie über das Verhältnis von religiösem und sozialem Wandel in der Frühneuzeit am Beispiel der Grafschaft Lippe, Gütersloh 1981 (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte XLVIII)

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

sen. Grötzinger hat sich das Unterfangen wahrscheinlich leichter vorgestellt, als er mit der Arbeit begann. Es gibt aber Anzeichen, daß er an der Aufgabe ge- wachsen ist und daß er nach ihrem Abschluß manches anders sah. Eines macht sie zum mindesten dennoch deutlich: Reformationsforschung kommt, um mit H.A. Oberman zu sprechen, nicht weiter, ohne daß ihre Beziehungen zum Spätmittelalter und zur Renaissance aufs genaueste beachtet werden. Stefan Nikiaus Bosshard, Freiburg i. Br. Heinz Schilling, Konfessionskonflikt und Staatsbildung. Eine Fallstudie über das Verhältnis von religiösem und sozialem Wandel in der Frühneuzeit am Bei- spiel der Grafschaft Lippe, Gütersloh, Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, 1981 (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte XLVIII), 443 S. Schilling sucht in seiner Bielefelder Habilitationsschrift einen neuen Zugang zum Grundproblem der Frühneuzeit, dem Verhältnis von Religion und Gesell- schaft, das gerade darum nur schwer zu lösen ist, weil diese Kategorien neuzeit- liches Denken reflektieren und dem 16. und 17. Jahrhundert selbst als analyti- sche Kategorien nicht zur Verfügung standen. Wohl liegen verschiedene Kon- zepte vor, die «Art und Weise der Vermittlung zwischen den religiös-kirchli- chen und den politischen und sozialen Elementen des frühneuzeitlichen Ge- sellschaftssystems zu ergründen sowie die Folgen für Inhalt und Form poli- tisch-gesellschaftlichen Handelns zu bestimmen» (S. 15), sie beschränken sich aber zum Teil auf einzelne Aspekte (Rechts- und Verfassungsgeschichte), sie setzen einen Aspekt als dominant und vergeben sich der Möglichkeit, die kom- plexen funktionellen Zusammenhänge zu erfassen (marxistische Geschichtswis- senschaft), oder aber sie ordnen die Problematik Fragestellungen unter, die dem spezifischen Selbstverständnis der Frühneuzeit nur teilweise gerecht werden (die von der Modernisierungsfrage bestimmten religionssoziologischen Arbei- ten von Max Weber und Ernst Troeltsch). Schillings Anspruch zielt demgege

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