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Zum Problem der Macchien am Beispiel Korsikas

Authors
Publisher
Geographische Gesellschaft München
Publication Date
Keywords
  • 910 Geografie
  • Reisen

Abstract

Friedrim Reiner Ehr i g Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München, Band 58, 1973, S. 97 – 110 Friedrich Reiner Ehrig Zum Problem der Macchien am Beispiel Korsikas (mit zwei Karten im Anhang) 1. Zur Situation Die Insel Korsika (8 722 km2, 1962: 275.465 Einwohner) ist ein tief zertaltes, mannigfaltig gegliedertes Gebirgsland mit Höhen bis zu 2700 m (Monte Cinto). Landläufig wird diese Insel als "die Grüne" bezeichnet, was einerseits auf die immer noch m bedeutenden Waldbestände und andererseits auf die verbreiteten Macchien und Garriguen zurückzuführen ist. Vor allem das Hartlaubgebüsch in seinen differenzierten Erscheinungsformen nimmt im Höhenbereich von der Küste bis 900/1000 m (F. R. Ehrig, 1971, S. 22) im Pflanzenkleid vielfach eine dominierende Stellung gegenüber den Wäldern aus Hartlaub- und laubwerfenden Baumarten dieser Höhenstufe ein. Korsika gilt als das klassische Land der Macchie (F. Firbas, 1927, S. 251) 1 und von hier aus fand der Begriff 2 seine allgemeine Verbreitung für entsprechende Pflanzengesellschaften unter ähnlichen klimatischen Gegebenheiten. Die Tatsache, daß Korsika immer noch als das typische Land der Macchie gilt, ist umso verwunderlicher, als - wie wir noch sehen werden - die Macchien tatsächlich sehr viel weniger verbreitet sind als die Garriguen. Die Erklärung hierfür dürfte wohl in der besonderen Bedeutung zu finden sein, welche das Hartlaubgebüsch im allgemeinen für den Korsen besaß, u. a. als Zufluchtsort in Verbindung mit der Blutrache. Entsprechend nennt der Einheimische das gesamte Hartlaubgebüsch kurz "macchia" (Fr. maquis) und differenziert nicht weiter in die einzelnen Erscheinungsformen derselben. Bekanntlich werden die urwüchsigen und dichteren Bestände des Hartlaubgebüsches als Macchie bezeichnet, die niederwüchsigen und mit offenen Bodenstellen versehenen Bestände als Garrigue (nach J. Briquet, 1911, u. 1913) und falls nur noch fuß

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