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Wider das Undingk

Authors
Publisher
Gesellschaft für Deutsche Sprache
Keywords
  • 430 Deutsch

Abstract

Wider das Undingk Für seinen Beitrag über die Ausbreitung der normwidrigen Aussprache von silbenauslau- tendem -ig sei Manfred Klotz Dank gesagt.1 Es ist wirklich so, daß die Grenzen des Tole- rierten immer weiter hinausgeschoben werden. Sehr weit ist es dann nicht mehr, bis allge- mein der Standpunkt akzeptiert wird, den einer meiner Schüler kämpferisch vertrat, um die Kritik seines Deutschlehrers an seinem Ausdruck und seiner Rechtschreibung zurück- zuweisen: »Sie verstehen doch, was gemeint ist, oder? Und außerdem ist sowieso alles richtig, was ein Deutscher in seiner Muttersprache von sich gibt.« Auch die Sprachpfleger 1 Manfred Klotz: Dagegen hab' ich was: -ik statt -ig; in: Der Sprachdienst Nr. 5/1987, S. 132-134. finden sich in zunehmendem Maße damit ab, daß Normen der Sprachrichtigkeit nicht nur übergangen werden, sondern daß sie sich auflösen. Ich erachte es als eine der Aufgaben dieser Zeitschrift, sich im Gefolge W. E . Süskinds 2 der Kritik an aufweichlerischen Tendenzen des Sprachgebrauchs - des schriftlichen wie des mündlichen - zu widmen. Die Aussprache -ik für auslautendes -ig der Schrift stört mich, einen Bayern, kaum.3 Eine andere Mode in der Aussprache des geschriebenen g ist es, wogegen ich mich hier wende. Es geht um silbenauslautendes -ng. Nach den Normen der deutschen Aussprache ist festzuhalten, daß geschriebenem g folgende Lautwerte entsprechen: 1. g im Silbenanlaut (gehen, wegen)', 2. k im Silbenaus- laut (Zug, biegsam)', 3. g in -ig (König, eifrigst - allerdings mit bestimmten Einschränkungen 4); 4. ohne eigenen Lautwert in der Buchstabenverbindung ng (Ding, singen). Eigentlich gehört also die Buchstabenverbindung ng gar nicht in diesen Zusammenhang; denn dem Buchstaben g kommt hier kein Eigenwert als Konsonant zu. Er fungiert ausschließlich als graphisches Signal, das anzeigt, daß das davorstehende Zeichen n den Lautwert rj hat5. Daß n und rj zwei eindeutig voneinander zu trennende Phoneme des Deutschen sind, bedarf überhaupt keiner Diskussion

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