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Johann Stumpfs Geschichte des Abendmahlstreites

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

— 193 — Johann Stumpfs Geschichte des Abendmahlstreites. Von Dr. LEO WEISZ. Im Vorworte jenes 1563 in Zürich, bei Christoph Froschauer, ge- druckten, „ H i s t o r i a de o r i g i n e et p r o g r e s s u c o n t r o v e r s i a e s a c r a m e n t a r i a e de Coena D o m i n i , ab a n n o n a t i v i t a t i s C h r i s t i M D X X I I I I u s q u e ad a n n u m M D L X I I I d e d u c t a " betitelten Werkes, das bisher für die älteste historische Darstellung des Abendmahlstreites galt, betonte der Verfasser Ludwig L a v a t e r , Bullingers Schwiegersohn, daß vor ihm schon Johann Stumpf, der bekannte Chronist, die Geschichte dieses Streites in deutscher Sprache ziemlich weit beschrieben, aber aus Altersgründen und mit Kücksicht auf die Ereignisse der letzten Jahre, nicht zu Ende geführt hätte 1). Darum wollte er nun selbst die wichtigsten Begebenheiten jenes Streites wahrheitsgetreu, aber kurz erzählen, hoffend, „damit etwan einen mann der ein gut urtel und gross ansähen hab, darzu gelert und beredt sye etc." zu erwecken, „der dise histori für sich nemmen und alle ding der lenge nach beschrybe" 2). Diese Hoffnung ging erst 1598 bzw. 1602 in Erfüllung. Budolf Wirt (Hospinian) hat in den vor- gezeichneten „Bahnen Lavaters und die Zürcher Theologie Bullinger- schen Gepräges vertretend", die Geschichte des Streites auf breiter Grundlage in einem großen, zweibändigen Werke: „ H i s t o r i a sacra- m e n t a r i a " , dargestellt und dadurch alle Vorarbeiten der Vergessen- heit überliefert. Insbesondere Stumpfs ungedruckt gebliebenem Werke forschte niemand mehr nach, wiewohl Hospinians Arbeit speziell in der Art der Darstellung einen von Lavater abweichenden Einflus eines „Un- bekannten" verriet und es sich verlohnt hätte, diesem nachzugehen. In der Präsentierung der sich bekämpfenden Parteien und in der Gegen- überstellungsweise ihrer Lehrmeinungen folgte nämlich Hospinian nicht Lavater, sondern um der Erzählung erhöhte Lebendigkeit zu ver- leihen, jener bisher unbeka

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