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Erfahrungen von Frauen an der dritten Schwelle : Schwierigkeiten bei der beruflichen Wiedereingliederung aus der Sicht der Frauen

Authors

Abstract

"Die Zahl der weiblichen Beschäftigten ist zwischen 1983 und 1988 um 670 000 gestiegen, knapp die Hälfte davon nahm eine Teilzeitarbeit auf. Dennoch haben Frauen, die nach einer Unterbrechung der Berufstätigkeit ins Berufsleben zurückkehren wollen, weiterhin Probleme, einen Arbeitsplatz zu finden. Diese Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung stehen im Zentrum dieser Untersuchung. Die Ergebnisse beruhen auf Daten einer im Herbst 1986 im Auftrag des IAB durchgeführten Erhebung bei ca. 6000 berufstätigen und 3000 nicht berufstätigen Frauen im Alter zwischen 15 und 60 Jahren. Jede fünfte nicht berufstätige Frau unter 60 Jahren hat in den letzten 12 Monaten ohne Erfolg Arbeit gesucht. Vor allem wegen fehlender Arbeitsplätze wird von 20% der arbeitsuchenden, nicht wegen Arbeitslosigkeit aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen Frauen die berufliche Wiedereingliederung als 'praktisch unmöglich' und von weiteren 67% als 'schwierig' eingeschätzt. Ob sich die Rückkehr in den Beruf realisieren läßt, hängt außer von individuellen Risikofaktoren, bei denen generell häufiger Arbeitslosigkeit auftritt (Alter, Qualifikation, Gesundheitszustand), auch von (a) der Situation in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken, (b) der Notwendigkeit der Arbeitsaufnahme und (c) den Kontakten zur Berufswelt während der Unterbrechung ab. Weniger als jede zehnte nicht aus Arbeitsmarktgründen ausgeschiedene, arbeitsuchende Frau hat seit Beginn der Unterbrechung bis zum Befragungszeitpunkt an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen, aber acht von zehn Frauen sehen 'spezielle Kurse für Rückkehrerinnen' als hilfreich für die Wiedereingliederung an. Frauen, die 1980 oder später wieder erwerbstätig wurden, hatten infolge der verschärften Arbeitsmarktsituation - trotz größerer Anstrengungen bei der Stellensuche als vorher wiedereingegliederte Frauen - häufiger Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Beruf, als das früher der Fall war. Die Arbeitsuche dauerte bei ihnen länger und sie mußten sich häufiger bewerben. Ebenfalls stärker als in früheren Jahren hat sich auch die berufliche Situation bei der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit verschlechtert und die zukünftigen beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten werden negativer eingeschätzt." (Autorenreferat)

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