Affordable Access

Abbau des Sozialstaats: Einstellungen der Bundesbürger zu Kürzungen von Sozialleistungen in den neunziger Jahren

Authors

Abstract

Kürzungen von Sozialleistungen stehen in den neunziger Jahren erneut auf der Agenda des bundesrepublikanischen Sozialstaats. Ihre Durchsetzbarkeit ist auch von der Akzeptanz durch die Bürger abhängig. Empirische Analysen auf der Grundlage repräsentativer Bevölkerungsumfragen kommen zu dem Ergebnis, daß Sozialleistungskürzungen allgemein nur von einer kleinen Minderheit der Bundesbürger unterstützt werden. Bei einzelnen Sozialleistungen, von denen nur kleine Bevölkerungsgruppen profitieren, ist die Zustimmung dagegen höher. Insgesamt ist in Ostdeutschland die Akzeptanz von Sozialleistungskürzungen deutlich geringer ausgeprägt als in Westdeutschland. Anstelle von Sozialleistungskürzungen unterstützen west- und ostdeutsche Bürger eher Kürzungen in nicht-sozialpolitischen Aufgabenbereichen wie der Verteidigung, der öffentlichen Verwaltung und der Europäischen Gemeinschaft. -- In the nineties cuts in social spending are once again an issue at the top of the agenda of the German welfare state. Citizens' support for social spending cuts is a central factor influencing the feasability of spending cuts policy. Based on representative surveys, empirical analyses show that only a small minority of German citizens favour cuts in social spending in general. However, more citizens favour cuts in specific social policy programs, mainly those programs from which only minorities profit. East Germans show clearly lower support for cuts in social spending than West Germans. For both, though, instead of cuts in social spending, there is widespread support for spending cuts in other policy areas such as military defence, public administration and the European Community.

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.