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Σπλαγχνίζομαι im Lukasevangelium

Authors
  • Neumann, Nils
Type
Published Article
Journal
Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft
Publisher
De Gruyter
Publication Date
Sep 04, 2023
Volume
114
Issue
2
Pages
141–166
Identifiers
DOI: 10.1515/znw-2023-0010
Source
De Gruyter
Keywords
Disciplines
  • Beiträge
License
Yellow

Abstract

Die synoptischen Evangelien beschreiben den Affekt des Erbarmens häufig mit dem Verb σπλαγχνίζομαι und verknüpfen den Affekt so mit einer Bewegung der inneren Organe (σπλάγχνα). Der vorliegende Aufsatz widmet sich dem spezifisch lukanischen Gebrauch von σπλαγχνίζομαι und weist ein wiederkehrendes Erzählschema nach. Dieses besteht aus den Elementen visuelle Wahrnehmung, σπλαγχνίζομαι, Bewegung und Berührung. Das dritte Evangelium beschreibt das Erbarmen somit als einen körperlichen Vorgang. Dieser Vorgang lässt sich vor der Folie antiker hellenistischer Anthropologie plausibel erklären. Medizinische und philosophische Abhandlungen aus der antiken Welt begreifen den Körper als eine durchlässige Größe, die fortwährend äußeren Einflüssen ausgesetzt ist. Das Lukasevangelium teilt diese verbreitete Vorstellung und schildert das Erbarmen wiederholt als einen Vorgang, der durch einen visuellen Eindruck stimuliert wird, welcher in den Körper eindringt und dort eine Aktivität in den inneren Organen auslöst. Dieser innere Fluss kulminiert sodann in der physischen Berührung des Objekts des Erbarmens. Der lukanische Jesus erfüllt hingegen das Ideal des stoischen Weisen und lässt sich als solcher kaum von Emotionen affizieren.

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